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Wasserdichte Taschen – wirklich wasserdicht?

Das Wasserdichtigkeitskriterium bei Taschen – Ein Mysterium wird aufgeklärt

wasserdichte tasche

Eine wasserdichte Handytasche – wirklich verlässlich wasserdicht?

Die praktische wasserdichte Tasche darf auch bei Bodyboardern nicht fehlen und ist ein praktisches Utensil für den Strand. Sie schützt Portemonnaies, Schlüssel, Geld und Elektronik während der Bodyboard-Session vor Schmutz und Wasser. Auf der Suche nach einem wasserdichten Beutel für meinen Autoschlüssel habe ich nur Produkte mit der Bezeichnung „100 % wasserdicht“ gefunden – und zwar Hersteller-übergreifend. Das wundert einen ja schon, vor allem da man auf Grund dieser Bezeichnung sicherlich auch Haftungsansprüche geltend machen kann. Einschlägige Berichte mit Negativerfahrungen bei bestimmten Taschen finden sich in Google teilweise, aber auch bei Amazon Produktbewertungen und ähnlichen Seiten. Ich habe mich also gefragt: Wann darf man denn seine Tasche überhaupt als wasserdicht bezeichnen? Das Fazit meiner Recherchen:

Die Eigenschaft „wasserdicht“ ist gesetzlich bei Taschen und Beuteln offenbar nicht geschützt!

Da kann man sich als Bodyboarder schon mal Kopf kratzen und sich fragen: Wann ist eine wasserdichte Tasche wirklich wasserdicht, und wann nicht?

Des Rätsels Lösung: Die Dichtigkeit der meisten Hersteller bezieht sich immer nur auf einen bestimmten Einsatzzweck, da eine absolut wasserdichte Tasche technisch zwar möglich, aber extrem teuer wäre. In Ermangelung von Standards zur Wasserdichtigkeit definieren die Markenhersteller also Dichtigkeits-Klassifizierungen wie beispielsweise die Folgende:

  • Klasse 1: Schutz gegen Feuchtigkeit
    Wasserabweisend / spritzwassergeschützt / wasserdicht gegen leichten Regen. Einschränkung: Die Tasche könnte Feuchtigkeit eindringen lassen, wenn das Produkt längere Zeit Wasser ausgesetzt ist, bei härteren Wasserstrahlen von oben oder bei Anwendungsbereichen mit Wasserdruck oder Eintauchen.
  • Klasse 2: Schutz vor Regen
    Wasserdicht gegen Wasser von oben. Einschränkung: Nicht geeignet für Anwendungsgebiete mit Wasserdruck, Wasser von der Seite und aus schrägen Winkeln, Eintauchen. In den Fällen ist die Wasserdichtigkeit der Taschen nicht mehr garantiert.
  • Klasse 3: Schutz bei Eintauchen ins Wasser
    Wasserdicht beim Eintauchen / Tasche schwimmt auf der Wasseroberfläche.
    Einschränkung: Nicht geeignet für lang anhaltendes Eintauchen, für ein tieferes Eintauchen als 90 cm, nicht geeignet für Anwendungen mit Wasserdruck.
  • Klasse 4: Unterwasser-Dichtigkeit bis 3 m Tiefe
    Tasche ist wasserdicht bis max. 3 Meter Tauchtiefe. Geeignet für Wasser- und Unterwasser-Sportarten wie Schwimmen und Schnorcheln. Einschränkung: Die Tasche kann undicht werden, wenn tiefer als vom Hersteller getestet getaucht wird, bei konstantem Eintauchen von über 24 Stunden sowie bei extremem Wasserdruck.
  • Klasse 5: Die Köngsklasse mit Unterwasser-Dichtigkeit bis 6 m Tiefe
    Wasserdicht bis max. 6 Meter Tauchtiefe. Geeignet für alle Unterwassersportarten mit einer Tauchtiefe unter 6 m, beispielweise für Flaschentauchen, Schnorcheln, für den professionellen Einsatz Search & Rescue Missionen oder für Rafting-Touren. Einschränkung: Das Produkt könnte undicht werden bei Tauchtiefen über 6 m oder bei Gewalteinwirkungen, die das Wasserdichtigkeits-Siegel / die Verschlüsse beschädigt.

 

Festzuhalten bleibt also:

Die Angabe der 100%igen Wasserdichtigkeit oder Wasserfestigkeit bei Taschen, Packsäcken, Handyschutzbeuteln & Co. gilt nicht universell. Sie bezieht sich immer nur auf den jeweiligen beschriebenen Einsatzzweck. Wer sich eine wasserdichte Tasche kauft, sollte dies unbedingt berücksichtigen, um einen Schaden an seinem Handy, ein Durchnässen seiner Kleidung oder gar das Verwüsten wichtiger Dokumente vermeiden möchte…

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